Ist Platin wirklich wertvollerer als Gold? –

platinumEin Freund hat neulich behauptet, Platin sei wertvollerer als Gold. Ich habe ihm nicht geglaubt, war mir aber auch nicht sicher. Deshalb habe ich mich ein wenig mit der Frage beschäftigt …

Ich habe Folgendes herausgefunden: Momentan kostet eine Unze Platin knapp 1700 Dollar. Eine Unze Gold kostet gerade 1615 Dollar. Es stimmt also, Platin ist teuerer als Gold und damit wertvollerer. Zum Glück habe ich nicht gewettet.

Warum ist das so? Ich habe mich weiter damit beschäftigt, und das habe ich noch herausgefunden: Es wird viel weniger Platin geschürft als Gold. Die Menge, die jedes Jahr den Weltmarkt erreicht, beträgt nur etwa fünf Prozent der Goldproduktion.

Hinzu kommt, dass Platin in der Automobilindustrie benötigt wird. Es kommt z.B. in Katalysatoren zum Einsatz. Und nicht alle Katalysatoren werden recycelt. Das bedeutet, Platin geht verloren. Und da es ohnehin schon knapper ist als Gold, wird es dadurch noch knapper. Das wiederum rechtfertigt einen höheren Preis als Gold.

Platin ist schwierig zu verarbeiten

Ein Juwelier hat mir noch einen Grund gesagt, warum z.B Eheringe aus Platin viel teurer sind als Eheringe aus Gold: Platin ist ungefähr 60 Prozent schwerer als 14-Karat-Gold. Wenn also ein Goldring in einem bestimmten Design zum Beispiel 10 g wiegt, wiegt er in der gleichen Ausführung in Platin 16 g. Sie zahlen also mehr Geld pro Gewichtseinheit bei vergleichbarem Design.

Noch einen Grund gibt es: Platin ist schwieriger zu verarbeiten als Gold. Es ist z.B. härter und weniger biegsam als Gold. Das bedeutet, der Juwelier muss mehr Arbeitszeit aufwenden, um einem Platinring herzustellen, und auch das schlägt sich natürlich in einem höheren Preis nieder.

Zusammenfassend kann man also sagen: Platin ist seltener, stärker, schwerer und teuerer als Gold. Manche Leute meinen nun, weißes Gold (Weißgold) sei wertvollerer als normales Gold oder gar Platin. Doch das ist Quatsch. Es bekommt seine weiße Färbung nur durch das Beimischen anderer (weniger wertvoller) Metalle.

Harald Schendera